Unkonventionelle Tipps, die dein Selbstvertrauen sofort steigern (2)

//Unkonventionelle Tipps, die dein Selbstvertrauen sofort steigern (2)

Heute setzen wir unsere Reihe unkonventioneller Tipps für das Selbstbewusstsein fort. Im ersten Teil haben wir einige kreative Techniken kennengelernt, mit denen du dein Selbstbewusstsein schnell und effektiv verbessern kannst. Daran knüpfen wir jetzt an und greifen noch einmal in die psychologische Trickkiste. Wenn dir einer unserer Tipps hier gefällt, du ihn vielleicht sogar erfolgreich einsetzen konntest oder wenn du eigene Ideen oder Kritikpunkte hast, freuen wir uns über dein Feedback im Kommentarbereich unter dem Artikel. Hier unsere Tipps für den zweiten Teil dieser Blog-Beitragsreihe:

  1. Feuere deinen inneren Trainer
  2. Finde alternative Blickwinkel

Tipp #1 – Feuere deinen inneren Trainer

Wenn du selbstbewusst sein möchtest, brauchst du einen inneren Coach, der dich aufbaut, dir konstruktive Kritik gibt und dich zu Höchstleistungen anspornt, wenn es darauf ankommt. Es geht darum, wie du in Gedanken zu dir selbst sprichst, wenn dir z. B. etwas nicht gelingt oder wenn du dich niedergeschlagen fühlst, wie eben ein Trainer es mit seinem Team tun würde, in der Halbzeit eines schwierigen Spiels oder im Vorfeld eines wichtigen Turniers. Stell dir einen Coach vor, der sich bei Rückstand in der Kabine vor seine Mannschaft stellt und sagt: „Das wird nichts“, „Ich glaube, ihr bringt es nicht“ oder „Die anderen sind einfach besser als ihr, da lässt sich leider nichts machen“. Was würde die Vereinsleitung mit einem solchen Trainer tun? Richtig, sie würde ihn feuern.

Deine innere Stimme ist wie dein ganz persönlicher Trainer. Sie sitzt still im Hintergrund, schaut sich das Geschehen an, kommentiert ab und zu und gibt dir Anweisungen, was du tun oder lassen solltest. Das macht sie ganz automatisch und sie beeinflusst damit deine Stimmung und dein Verhalten. Aber musst du ihr wirklich zuhören, wenn sie dir schlechte Ratschläge erteilt? Nein, es gibt keinen guten Grund dafür. Genau wie der Vereinsvorstand im obigen Beispiel kannst du zu ihr sagen: „Du bist kein guter Trainer. Ich brauche jemanden, der das beste aus mir rausholt und mich motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft. Du bist gefeuert.“ Wann also immer deine innere Stimme eine Situation negativ bewertet, kannst du ihr befehlen, still zu sein, und sie mit dem „guten“ Trainer ersetzen. Einem, der sagt: „Das war gar nicht so schlecht, wie du denkst. Beim nächsten mal machen wir es noch besser“, „Hol noch mehr aus dir raus, es wird sich lohnen“ oder „Heute haben wir verloren, aber das passiert jedem. Morgen greifen wir wieder an“. Klingt einfach, oder? Natürlich wird sich der schlechte Trainer wieder melden, und versuchen, dich mit seiner negativen Einschätzung zu sabotieren. Mit der Zeit wirst du aber feststellen, dass seine negative Sicht der Dinge nicht der Wahrheit entsprechen muss. Es sind nur Gedanken, und du kannst lernen, sie zu beeinflussen, um dir selbst ein besseres Gefühl zu geben und besser mit Rückschlägen umzugehen.

Bill McCartney, ein erfolgreicher American-Football-Trainer, hat einmal gesagt: „Alles, was ein Trainer tut, ist Spieler dorthin zu bringen, wohin sie es selbst nicht schaffen.“ Überlege dir also, was dein innerer Trainer tun und sagen muss, um dich selbstbewusster zu machen. Setze ihn aktiv ein, hör ihm zu und du wirst dich schnell selbstbewusster fühlen und auch auf lange Sicht deine Ziele besser erreichen. Auch hier gilt: Veränderung geschieht nicht von heute auf morgen, aber mit der richtigen Perspektive und kleinen Fortschritten von Tag zu Tag wird sich schon bald vieles ändern.

Tipp #2 – Finde alternative Blickwinkel

Wie wir uns selbst einschätzen, hängt immer auch davon ab, wie wir uns die Situationen in unserem Leben erklären. Stell dir zum Beispiel vor, du hast dich um eine Anstellung beworben und erhältst nach einiger Zeit eine Absage. „Es war nett, Sie kennenzulernen, aber wir haben uns leider für einen anderen Bewerber entschieden.“ Selbstverständlich fühlen wir uns im ersten Moment schlecht, zurückgewiesen oder sogar gekränkt, diese Reaktionen sind ganz natürlich. Wie sehr die Situation im weiteren Verlauf unser Selbstbewusstsein bestimmt und ob sie unser zukünftiges Handeln beeinflusst, hängt aber davon ab, wie wir uns die Dinge im Nachhinein erklären. Wenn wir uns denken: „Ich bin nicht gut genug, ich kann nichts, die anderen waren besser als ich“, ist das höchstwahrscheinlich nicht nur falsch, es wird uns auch davon abhalten, zuversichtlich ins nächste Bewerbungsgespräch zu gehen.

Der Ausgang der Bewerbung war von vielen Faktoren abhängig. Vielleicht hat jemand anderes sich günstiger angeboten als du und ärgert sich jetzt darüber? Vielleicht hatte dein Interviewpartner am Abend zuvor ein schlechtes Date und eure Unterhaltung ist nicht richtig in Schwung gekommen? Oder ein Mitbewerber mit ähnlichen Qualifikationen kannte jemanden aus der Firma, hat wegen seines Charakters besser ins Team gepasst, die Leidenschaft des Chefs für japanische Gärten geteilt, konnte besser mit Excel-Tabellen umgehen oder, oder, oder … viele Möglichkeiten, und wer immer die Zusage erhalten hat, für den wird es sehr wahrscheinlich auch nicht sein erstes Bewerbungsgespräch gewesen sein.

Je mehr solcher alternativer Blickwinkel wir zulassen, desto einfacher wird es, unser Selbstbewusstsein aufrechtzuerhalten und auf lange Sicht zu stärken; denn wenn wir weniger an uns zweifeln, begeben wir uns unbefangener in neue Situationen. Alternative Blickwinkel sind für das Selbstbewusstsein immens wichtig, und du solltest es dir zur Aufgabe machen, sie aktiv zu suchen, wenn ein Vorfall an deinem Selbstwertgefühl kratzt. Im Endeffekt kommt es nämlich darauf an, wie du die nächste Situation beschreitest – selbstbewusst oder nicht – und ob dir deine aktuelle Einschätzung dabei hilft oder dich hindert. Warum war jemand unfreundlich zu mir? Wieso sind diese Menschen erfolgreich? Weshalb bin ich nicht so selbstbewusst? Mach es dir zur Gewohnheit, alternative Antworten zu finden, wenn du dich wegen solcher Fragen schlecht fühlst. Wir alle erleben Momente, in denen uns andere angreifen oder Dinge zu unserem Nachteil verlaufen. Menschen mit einem gesunden Selbstbewusstsein beziehen die alternativen Blickwinkel dann ganz automatisch mit ein. Menschen mit einem unerschütterlichen Selbstbewusstsein neigen sogar dazu, die eigenen Schwachpunkte und Verfehlungen auszublenden. Aber so sehr ihre Selbsteinschätzung auch an der Realität vorbeigehen mag, ist diese Taktik im zweifelsfall besser, als den Fehler immer bei sich selbst zu suchen, was genauso unobjektiv zusätzlich aber noch deprimierend ist. Wann immer dein Selbstbewusstsein aufgrund einer Situation oder deiner Einschätzung leidet, relativiere die Situation, finde alternative Erklärungen und schreibe die Geschichte in deinem Kopf um. Dein Selbstwertgefühl wird es dir danken.

Wir hoffen, du hattest Spaß und konntest etwas für dich mitnehmen. Wir freuen uns über dein Feedback.

Von | 2017-11-22T16:07:34+00:00 14. Juli 2017|Kategorien: Tipps|Tags: , , , |0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar