Manchmal gibt es gewisse Situationen und Menschen, die in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt haben, die dir noch heute ständig im Kopf rumspuken. Vielleicht ist es ein Ereignis aus deiner Kindheit, ein Streit mit einem Freund oder einem Familienmitglied, der nie richtig geklärt wurde oder einfach nur ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken an eine vergangene Situation. Sehr häufig ist es auch eine Liebesbeziehung aus der Vergangenheit, die uns nicht loslässt. Wer schon einmal verlassen wurde kennt das Gefühl am besten – du willst deinen Ex-Partner loslassen, aber er spukt dir ständig im Kopf herum. Vielleicht ist auch ein geliebter Mensch oder ein Haustier gestorben und es fällt dir schwer, loszulassen, weil du Angst hast, ihn oder es zu vergessen. Warum das quatsch ist erfährst du in diesem Artikel. Alles, was du nicht loslässt, saugt dir Energie. Es fällt dann oft schwer, sich auf die eigentlichen, wichtigen Dinge zu konzentrieren. Um wieder nach vorne zu blicken ist es daher notwendig, mit der Vergangenheit abzuschließen.

Kann man das Loslassen lernen?

Die gute Nachricht ist: Ja, man kann das Loslassen lernen. Du musst dir aber vorher bewusst werden, dass du überhaupt an etwas Vergangenem festhältst. Es ist Zeitverschwendung und zieht dir unnötige Energie, wenn sich deine Gedanken ständig um etwas drehen, das du nicht mehr ändern kannst. Stell es dir wie eine Dauerschleife in deinem Kopf vor, die du dir selbst immer wieder vorspielst. Da diese Schleife kein Anfang und kein Ende hat, ist sie schier endlos und du kannst sie nicht ausstellen. Damit sie sich auflöst, musst du sie verschwinden lassen.

Tatsächlich kann man die Dinge, die uns nicht loslassen, in zwei Kategorien einteilen. Dinge, über die du die Kontrolle hast und Dinge, über die du keine Kontrolle hast. Mach dir eine Liste mit den Dingen, die dir immer wieder im Kopf rumspuken und teile sie dann in diese beiden Kategorien ein. Du kannst sie zum Beispiel rot und grün markieren. Rot sind die Dinge, die du nicht mehr kontrollieren kannst. Das sind zum Beispiel:

  • der Tod eines geliebten Menschen / Haustieres
  • Kontakt zu jemandem, der keinen Kontakt mehr zu dir haben möchte
  • eine Situation aus der Vergangenheit, die sich nicht mehr ändern lässt

Über diese Dinge hast du keine Kontrolle mehr. Sie sind abgeschlossen und lassen sich nicht mehr ändern, wie du sie auch drehst und wendest. Es gibt keine Möglichkeit mehr für dich, sie rückgängig zu machen oder aufzulösen. Du hast keine Kontrolle. Das kann eine bittere Pille zu schlucken sein, aber es ist auch eine Erlösung. Du kannst nichts tun. Genau aus diesem Grund sollte es dir leicht fallen, diese vergangenen Dinge loszulassen. Es sind Dauerschleifen in deinem Kopf, die dir Energie ziehen und sich nicht mehr auflösen lassen. Lass sie gehen.

Dinge, über die du Kontrolle hast, kannst du grün markieren. Es handelt sich dabei meistens um Situationen mit anderen Menschen. Das können zum Beispiel sein:

  • ein Gespräch mit jemanden, der dir eine Erklärung schuldig ist (oder umgekehrt)
  • Eine Frage an jemanden, die dir noch im Kopf rumschwirrt

Kennst du das, wenn du auf deinem Telefon einen verpassten Anruf siehst und die Person beim Zurückrufen nicht erreichst? Den ganzen Tag fragst du dich, was diese Person wohl wollte. Immer wieder musst du daran denken. Wenn du schließlich mit ihr sprichst und sich die Situation aufklärt, hören deine Gedanken schlagartig auf. Genau so ist es, wenn du deinen Mut zusammen nimmst und dich mit einer Situation aus der Vergangenheit beschäftigst, die dir im Kopf herum spukt. Schau dir den Gedanken ganz genau an und versuche herauszufinden, warum genau du immer wieder daran denken musst. Oft ist der Grund ein unerledigtes Gespräch, das offene Fragen hinterlassen hat. Was kannst du also tun?

  • mit der betroffenen Person das Gespräch suchen und die Sache abschließen
  • einer Person, der du noch etwas sagen willst, einen Brief/Mail schreiben. Sagen, was dich belastet.
  • Alles, was noch Klärungsbedarf hat, klären. Nur so kannst du endgültig abschließen.

Im Hier und Jetzt leben

In der Vergangenheit zu leben, tut dir nicht gut. Es hindert dich daran, dich auf die Gegenwart und die Zukunft zu konzentrieren. Vergangenes ist vergangen, du kannst daraus lernen und die Erinnerungen behalten, aber du musst die Gefühle dazu loslassen, sonst hältst du dich selber auf. Natürlich ist das schwer und funktioniert nicht immer von heute auf morgen. Wenn du deine Dauerschleife im Kopf erkennst, kannst du jedoch daran arbeiten, sie aufzulösen bzw. sie gehen zu lassen. Die Dinge, die dich nicht loslassen, zu verschriftlichen, kann ein erster Schritt sein. Akzeptiere alles, was du nicht mehr selbst kontrollieren und beeinflussen kannst und mach dich daran, die Dinge, die du noch klären kannst, zu klären. Das Motto lautet also: Abschließen oder bewusst loslassen! Dein Kopf wird frei, füllt sich mit frischer Energie und du kannst dein Leben wieder glücklich und entspannt genießen. Mit ein wenig Selbstdisziplin kannst du die Dinge nach und nach angehen und für immer auflösen.

Einen geliebten Menschen loslassen

So einfach es sich manchmal anhört, die Umsetzung fällt vielen Menschen sehr schwer. Vor allem wenn es darum geht, einen geliebten Menschen loszulassen, sei es nun durch einen Todesfall oder eine Trennung. Du weißt, du musst loslassen, um zu vergessen, aber du hast auch Angst davor. Das kann mehrere Gründe haben. Viele Menschen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie beginnen, einen verstorbenen Menschen loszulassen. Dabei bedeutet loslassen auf keinen Fall, diesen Menschen zu vergessen. Loslassen muss man in diesem Fall die Trauer, die mit den Gedanken an diesen Menschen einhergeht. Der Mensch ist gestorben, du hast also keine Kontrolle mehr. Würde dieser Mensch wollen, dass du wegen ihm so lange unglücklich bist? Jemanden loszulassen bedeutet lediglich, die damit verbundenen negativen Gefühle loszulassen. Die Erinnerungen bleiben trotzdem bestehen. Wenn du dich aktiv und bewusst entscheidest, loszulassen, kannst du an die Person bald mit einem Lächeln zurück denken.

Wenn du verlassen wurdest und deinem Ex-Partner hinterher trauerst, ist Loslassen ebenso schwer. Das Problem liegt häufig darin, dass du gar nicht loslassen willst. Du willst dich an dieser Person weiter festhalten, weil du Angst davor hast, auf dich allein gestellt zu sein. Dahinter steckt häufig fehlendes Selbstbewusstsein und fehlender Selbstwert. Diesen musst du dir jetzt bewusst wieder aufbauen um zu erkennen, dass du auch ohne diesen Menschen ein erfülltes Leben haben kannst. Wer mit sich selbst im Reinen ist und seine eigenen Stärken kennt, der weiß, dass in Zukunft ein neuer Partner kommen wird. So lange du jedoch noch an deinem Ex-Partner festhältst, kann keine neue Liebe in dein Leben treten. Frag dich selbst: Hast du noch Kontrolle über die Situation? Glaubst du, ein Gespräch würde noch etwas ändern? Dann suche noch einmal den Kontakt. Wenn dein Ex-Partner in seiner Entscheidung jedoch feststeht, hast du keine Kontrolle mehr. Dann bleibt dir nichts anderes übrig, also loszulassen. Dein Ex-Partner lebt sein Leben ohne dich weiter – und du solltest das auch tun. Schau dir die negativen Gefühle, die mit dem Schmerz des Loslassen verbunden sind, genau an. Durchleb sie. Schieb sie nicht ständig nach hinten, lenk dich nicht ab, sondern lass den Schmerz zu. Nur so löst du die Endlos-Gedankenschleife in deinem Kopf auf. Nur so kannst du endlich loslassen und dich am Ende so viel besser fühlen.

Akzeptiere deine Gefühle, dann lass sie gehen!

Wenn du das Gefühl hast, nichts hilft und das Loslassen will einfach nicht klappen, kann das mehrere Ursachen haben.

  • Du hast die Realität (z.B. die Trennung) noch nicht akzeptiert
  • Du willst nicht vergessen und willst nicht loslassen
  • Das Leben hält eine Lektion für dich bereit und möchte, dass du etwas lernst

Zu akzeptieren, dass du etwas loslassen musst, ist der erste Schritt. Du kannst nicht sofort nach einem Verlust mit dem Loslassen beginnen. Es ist ein langer Prozess, in dem du bestimmte Gedanken und Gefühle immer wieder durchlaufen musst und sie dir richtig anschaust, bis du für dich entscheiden kannst, dass du jetzt loslassen willst, damit es dir wieder besser geht. Wenn du das akzeptiert hast, bist du schon einen großen Schritt weiter. Vorher bringen all die Versuche nichts, denn wenn du noch nicht loslassen willst, dann bist du noch nicht soweit. Frag dich in diesem Fall aber, was du davon hast, noch länger an der Situation festzuhalten. Bringt es dich wirklich voran? Wenn es stattdessen an deinen Kräften zehrt, dich unglücklich macht und an deinem Selbstwert nagt – was sehr wahrscheinlich ist, dann ist es Zeit, die Realität zu akzeptieren.

Tipp: Schreib deine Gedanken und Gefühle auf. So bringst du sie aus dem Kopf. Vielen Betroffenen hilft es, Briefe an die Person zu schreiben, die man loslassen will. Du musst diesen Brief nicht abschicken. Wenn es dir hilft, kannst du ihn sogar verbrennen. Nimm dir am Tag bewusst ein paar Minuten Zeit, um dich deinen Gedanken zu widmen und die Gefühle zu Papier zu bringen. Du erlaubst dir selbst, dich damit zu beschäftigen. Wenn du immer nur verdrängst, dann wird sich leider nichts ändern. Ablenkung ist gut und schön, lästige und schmerzvolle Gedanken wegzudrängen ist ein natürlicher Abwehrmechanismus. Aber du merkst ja selbst, dass sich die Gedanken und Gefühle immer wieder einen Weg nach oben bahnen. Also schau sie dir an, beschäftige dich mit ihnen – und dann lass sie gehen. Schmeiß sie einfach aus deinem Kopf.

Konzentrier dich ab sofort auf die Gegenwart und deine Zukunft. Das Leben hält noch viele Überraschungen für dich parat. Mit einer Audiohypnose kannst du lernen, dich wieder zu entspannen und deinen Selbstwert zu steigern. Lass den Frust gehen und freu dich auf neue positive Energie in deinem Leben!