Egoismus ist für viele Leute in erster Linie ein negativ besetztes Wort. Als Egoisten stellen wir uns einen Menschen vor, der rücksichtslos nur an sich und nicht an andere denkt, der keine Empathie zeigt und vielleicht sogar arrogante Wesenszüge hat. Niemand, mit dem wir gerne zu tun haben möchten und schon gar nicht jemand, der wir selbst sein wollen. Tatsächlich ist Egoismus aber nicht nur schlecht – im Gegenteil. Er kann auch gut tun und dir dabei helfen, dein Selbstbewusstsein und deinen Selbstwert zu steigern.

Hast du das Gefühl, dich viel zu oft selbst hinten an zu stellen? Tust du immer viel für andere und denkst dabei selten an dich? Fällt es dir schwer, nein zu sagen und ärgerst du dich regelmäßig darüber? Siehst du dich häufig in der Opferrolle? Dann solltest du dir jetzt durchlesen, warum dir ein bisschen mehr Egoismus im Leben sehr gut tun wird.

Gesunder Egoismus ist eine Form von Selbstliebe

Es ist eine lobenswerte Eigenschaft, wenn du dich gerne für andere aufopferst, aber es ist auch eine Eigenschaft, die vor allem anderen Leuten nützt und nicht dir selbst. Warum denkst du nicht als erstes an dich? Natürlich darfst du auch mal anderen Menschen den Vortritt lassen. Es ist ein schönes Gefühl, jemandem eine Freude zu bereiten oder dich gebraucht zu fühlen, gerade wenn es um Menschen geht, die du liebst. Ich spreche daher nicht davon, ohne Rücksicht auf Verluste deine Interessen durchzudrücken. Aber es wird Zeit, dass du die Hauptrolle in deinem Leben spielst und nicht zum Statisten für andere verkommst. Egoismus hat nicht immer etwas mit Rücksichtslosigkeit zu tun, sondern auch mit Selbstliebe.

Bist du schon einmal Flugzeug geflogen? Dann kennst du sicherlich die Sicherheitsanweisung der Flugbegleiter kurz vor dem Start. Für den Fall eines Sauerstoffverlusts fallen Sauerstoffmasken von der Decke. Die erste Regel lautet: Helfe zuerst dir selbst – und dann den Personen neben dir. Selbst kleinen Kindern sollst du erst dann helfen, wenn du dir selbst geholfen hast. Warum? Weil es dir nichts nützt, jemandem zu helfen, wenn du selbst dabei auf der Strecke bleibst! Du kannst niemandem etwas beibringen, was du nicht selbst beherrscht und genau so kannst du niemandem helfen, wenn du nicht vorher dir selbst geholfen hast. Nun übertrage dieses Beispiel auf den Alltag. Wenn du immer nur Energie in andere Menschen steckst, aber nie in dich selbst, dann saugst du dich selber aus. Während die Töpfe der anderen Leute immer voller werden – dank deiner Hilfe – wird deiner immer leerer. Im schlimmsten Fall stehst du kurz vorm Burn-Out, weil du dich z.B. für deine Arbeit so sehr aufopferst. Davon hat niemand etwas, denn wenn du wegen Erschöpfung ausfällst, hat dein Business bzw. das Business deines Chefs auch nichts mehr davon. Ähnliches gilt im privaten Umfeld. Wenn du dich immer hinten anstellst und nur an deine Familie denkst, wirst du innerlich immer gereizter. Das bekommen zwangsläufig auch deine Kinder oder dein Partner irgendwann zu spüren.

Jeder Mensch strebt nach Anerkennung und Liebe – denn das fühlt sich gut an. Im Endeffekt geht es also nur darum: dass du dich gut fühlst – Egoismus in seiner reinsten Form!

10 positive Auswirkungen von Egoismus

1. Du wirst dein Selbstbewusstsein steigern

Wenn du anfängst, mehr an dich zu denken, anstatt immer zuerst an andere, stärkst du dich innerlich. Das strahlst du letztendlich auch nach außen aus und wirst selbstbewusst und innerlich ruhig. Als Zusatz kannst du dein Selbstbewusstsein mit einer Audiohypnose noch verstärken.

2. Du wirst deinen Selbstwert steigern

Es fühlt sich gut an, etwas für dich selbst zu tun und es lässt dich spüren, wie viel du dir selbst Wert sein solltest. Du wirst schnell sehen, wie dein Selbstwert sich verbessert, wenn du merkst, wie wohl dir diese Veränderung deiner Einstellung tut.

3. Du wirst unabhängiger

Unabhängigkeit im Job oder innerhalb der Beziehung/Familie ist sehr wichtig für das eigene Selbstwertgefühl. Wer unabhängig ist und nicht auf andere angewiesen, kann sein Leben viel freier gestalten und inneren Frieden finden, als jemand, der sich durch Abhängigkeiten definiert.

4. Du wirst glücklicher

Schluss mit Frust! Selbstliebe entsteht, wenn du dir selbst gutes tut. Wenn es dir gut geht, bist du glücklich und entspannt und strahlst das auch nach außen aus. Sorge für dich, denn erst wenn es dir wirklich gut geht, haben auch andere etwas von deiner Fürsorge.

5. Du tust dir selbst, aber auch anderen einen Gefallen

Wenn du eine glückliche und entspannte innere Einstellung hast, weil du deinen Selbstwert durch ein wenig Egoismus gesteigert hast, bist du energievoller und motivierter, auch anderen zu helfen und freundlich zu deinen Mitmenschen zu sein. Egoismus und Hilfsbereitschaft schließen sich auf keinen Fall aus – siehe das Beispiel mit dem Flugzeug!

6. Du wirst erfolgreicher

Seien wir ehrlich, erfolgreich sind vor allem die Menschen, die auch mal nein sagen können und in erster Linie ihre eigenen Interessen vertreten. Wer immer Rücksicht auf andere nimmt, kommt auf lange Sicht nicht vom Fleck. Motiviere dich selbst zu Höchstleistungen und Selbstdisziplin und geh dein eigenen Weg!

7. Du wirst authentischer

Authentisch wirkt der, der sich nicht für andere verbiegt. Authentische Menschen sind ehrlich – zu sich selbst und auch zu anderen. Man kann aufrichtige Menschen schnell erkennen und entlarvt genau so schnell diejenigen, die ihren Reden keine Taten folgen lassen. Dass du dich an die erste Stelle setzt ist nicht egoistisch, sondern authentisch. Es macht dich glaubwürdig und kann dir sogar Respekt einbringen, weil du deine Interessen so ehrlich vertrittst.

8. Du übernimmst Verantwortung für dein eigenes Leben

Wer immer nur selbstlos agiert und sich für andere aufopfert, verpasst die Chance, sein Leben selbst zu gestalten. Steh für deine Wünsche und Bedürfnisse ein und lass dich nicht ausnutzen und manipulieren. Du ganz alleine bist dafür verantwortlich, was du dir im Leben gefallen lässt und was nicht. Such die Schuld nicht immer nur bei den anderen, sondern übernimm die Verantwortung für dein eigenes Tun und Handeln.

9. Du verbesserst deine zwischenmenschlichen Beziehungen

Wenn du dich emotional unabhängig von anderen Meinungen gemacht hast, dann wirst du dich in zwischenmenschlichen Beziehungen schnell viel freier fühlen als je zuvor. Das bedeutet nicht, dass du dir keine Fremdmeinungen mehr anhören und keine Kompromisse mehr eingehen sollst, aber wer sich selbst gut kennt und für seine Bedürfnisse einsteht, wird auch respektvoller behandelt als jemand, der immer nur ja und amen sagt.

10. Du achtest ab sofort auf deine Bedürfnisse

Ab sofort stehst DU an erster Stelle. Deine Bedürfnisse sind wichtig und es ist gesund und sogar lebensnotwendig, dass du sie stets als deine höchste Priorität ansehen sollest. Mit ein wenig mehr Egoismus kümmerst du dich gut um dich selbst und stärkst dadurch automatisch deinen Selbstwert.

Der Unterschied zwischen Egoismus und Rücksichtslosigkeit

Wenn du dich immer noch unwohl bei dem Gedanken fühlst, dich an die erste Stelle zu setzen, weil du es einfach so gewöhnt bist, dich um andere zu kümmern, mach dir noch einmal klar, dass Egoismus nicht bedeutet, dass du rücksichtslos agierst. Egoismus heißt nicht, dass dich andere Leute nicht mehr mögen, dich für selbstbezogen oder arrogant halten. Das Gegenteil ist der Fall. Niemand wird dir einen Vorwurf machen, dass du für deine eigenen Bedürfnisse einstehst.

Hier ein paar Beispiele, die dir den Unterschied zwischen Egoismus und Rücksichtslosigkeit verdeutlichen sollen:

Rücksichtslos verhältst du dich z.B, wenn …

… Du dir ständig Geld ausborgst, dich aber nicht darum kümmerst, es rechtzeitig wieder zurück zu zahlen

…Du deinem Kollegen ständig Aufgaben zuschiebst, umgekehrt aber nicht bereit bist, auch ihm mal etwas abzunehmen

…Du Deinem Partner fremd gegangen bist, es umgekehrt aber nie verzeihen könntest, wenn du selbst betrogen wirst

…Du dich ohne zu fragen an der Schlange vorbei drängelst, weil du es besonders eilig hast

Egoistisch, aber nicht rücksichtslos (!), verhältst du dich z.B., wenn …

… Du deinem Kumpel kein Geld leihen willst, weil du selbst keines hast

… Du deinem Chef sagst, dass du diese Aufgabe nicht auch noch übernehmen kannst, weil du schon so viel zu tun hast

… Du mit deinem Partner offen und ehrlich über deine Bedürfnisse sprichst, auch wenn dein Partner darüber vielleicht nicht glücklich sein wird

… Du die Leute in der Schlange fragst, ob du vielleicht vor dürftest, weil du es besonders eilig hast